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Andreas Martin Hofmeir

Andreas Martin Hofmeir

Quelle: Wikipedia

Andreas Martin Hofmeir – Tubavirtuose, Grenzgänger und Publikumsliebling

Ein Instrumentalist, der die Tuba an die Rampe holt

Andreas Martin Hofmeir, 1978 in München geboren, zählt zu den prägendsten Tubisten seiner Generation. Seine Musikkarriere verbindet künstlerische Entwicklung, Bühnenpräsenz und humorvolle Moderation zu einer unverwechselbaren Signatur. Als Gründungsmitglied der bayerischen Kultband LaBrassBanda, als ECHO-Klassik-Preisträger und als Universitätsprofessor am Mozarteum Salzburg hat er die Grenzen seines Instruments neu definiert. Zwischen Klassik, Jazz und Kabarett erobert er mit virtuoser Technik, klanglicher Finesse und erzählerischem Witz die großen Säle – und zeigt, wie modern, beweglich und farbenreich die Tuba klingen kann.

Biografie: Von Geisenfeld in die internationalen Konzertsäle

Aufgewachsen in Geisenfeld, fand Hofmeir mit zwölf Jahren zur Tuba – über Klavier, Schlagzeug und Tenorhorn. Seine solide Ausbildung führte ihn an renommierte Hochschulen in Berlin, Stockholm und Hannover; prägende Lehrer waren Dietrich Unkrodt, Michael Lind und Jens Bjørn-Larsen. Früh zeichnete sich eine steile Karriere ab: 2004 gewann er den internationalen Wettbewerb Città di Porcia, 2005 den Deutschen Musikwettbewerb – als erster Tubist in der Geschichte dieses Wettbewerbs. Stationen als Akademist bei Berliner und Münchner Philharmonikern sowie Engagements mit Wiener Philharmonikern, Gewandhausorchester Leipzig und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks schärften sein orchestrales Profil und legten die Grundlage für seine spätere Solokarriere. 2004–2008 wirkte er als Solotubist im Bruckner Orchester Linz.

Karrierehöhepunkte: ECHO Klassik, Professor, Dirigent

Den Durchbruch in die breite Wahrnehmung markierte 2013 der ECHO Klassik als „Instrumentalist des Jahres“ – zum ersten Mal in der Preisgeschichte für einen Tubisten. Parallel dazu etablierte er sich als Univ.-Professor für Tuba am Mozarteum Salzburg, wo er seine Expertise in Komposition, Interpretation, Klangkultur und Ensemblearbeit an die nächste Generation weitergibt. Als Dirigent verantwortet er die künstlerische Leitung der Bläserphilharmonie Mozarteum Salzburg und wirkt als Leiter/Dirigent weiterer Ensembles, wobei er Programmdramaturgie, Arrangement-Impulse und Ausbildungspraxis verbindet. Damit vereint Hofmeir Autorität auf der Bühne und im Lehrsaal und unterstreicht die stilistische Bandbreite seines musikalischen Denkens.

LaBrassBanda: Pop-Appeal, Brass-Power, Charts-Erfolge

Mit LaBrassBanda zeigte Hofmeir, wie energiegeladen Brass- und Blechmusik das Pop-Publikum erreichen kann. Die Band stürmte mit dem Album „Europa“ die Top 10 der deutschen Albumcharts, absolvierte TV-Auftritte und spielte vor Hunderttausenden. Der ESC-Vorentscheid 2013, Festival-Gigs von Chiemsee Reggae Summer bis Roskilde und eine enorme Live-Frequenz bewiesen, wie gut sich seine Virtuosität in groovende Formate übersetzen lässt. Für Hofmeir war diese Phase Motor seines künstlerischen Selbstverständnisses: Virtuosität trifft auf Bühnenshow, ein orchestrales Instrument behauptet sich im Pop-Kontext – und gewinnt.

Diskographie: Repertoire-Erweiterung und Klangkultur

Seine Diskographie dokumentiert konsequente Repertoirepflege und stilistische Neugier. Mit „Uraufnahmen / Primal Recordings“ (Genuin) legte er 2012 ein programmatisches Statement vor: Welt-Ersteinspielungen u. a. der Tubakonzerte von Jörg Duda, Werke von Gisbert Näther und Kjell Roikjer – ein Katalog, der das Repertoire der Tuba ins Zentrum rückt. 2013 folgte „Why not?“ (Genuin) – das weltweit erste Duo-Album für Tuba & Harfe mit Andreas Mildner: ein Lehrstück in Klangbalance, Registerführung und kammermusikalischer Transparenz. 2014 entstand „On the Way“ (u. a. mit Münchner Philharmonikern und Andrew Manze), das die lyrischen, agilen und orchestralen Möglichkeiten der Tuba eindrucksvoll bündelt. 2018 setzte „Stradihumpa“ (Schmid/Hofmeir HochTief GmbH) an der Nahtstelle zwischen Klassik und improvisatorischen Gesten an – ein Crossover-Projekt, das kompositorische Intelligenz mit bayerischem Augenzwinkern verbindet. 2019 knüpft „Besser ohne Worte – Better without Words“ die Fäden zwischen Transkription, Klangfarbenpoesie und musikalischer Erzählung weiter.

Stil und Technik: Atemökonomie, Phrasierung, Tonarchitektur

Hofmeirs Spielästhetik verbindet vorbildliche Atemtechnik und Legato-Kultur mit pointierter Artikulation. Er phrasiert mit vokaler Logik, lässt Linien „singen“ und formt Bögen, die die Tuba vom reinen Fundament-Instrument zur kantablen Solostimme emanzipieren. In Kammermusik-Settings – etwa Tuba & Harfe, Tuba & Orgel, Tuba & Violine – schärft er die Registerdurchhörbarkeit durch dynamische Feindifferenz, kluge Balance und farbige Klangmischung. Seine Produktionen zeigen ein klares Bewusstsein für Arrangement und Produktion: Registerführung, Raumakustik und Mikrofonierung werden so genutzt, dass die Tuba niemals schwerfällig, sondern agil, sprechend und wandlungsfähig erscheint.

Kabarett, Literatur und Moderation: „Kein Aufwand!“ und mehr

Sein Musikkabarett „Kein Aufwand!“ verknüpft Autobiografie, brasilianisch gefärbte Grooves und pointierte Bühnen-Moderation. Hofmeir schreibt, liest, spielt – und führt das Publikum mit Timing und Selbstironie durch die Höhen und Tiefen eines Musikerlebens. Als Autor veröffentlichte er „Kein Aufwand. Schrecklich wahre Geschichten aus meinem Leben mit der Tuba“ sowie den Gedichtband „Hundsgemeine Instrumentenkunde“. Die Literaturprojekte erweitern sein Profil um eine sprachkünstlerische Ebene, in der Spielfreude, Musikhistorie und Humor zusammenfinden. Ergebnis ist ein Alleinstellungsmerkmal im deutschsprachigen Kulturbetrieb: ein Instrumentalist, der mit derselben Souveränität erzählt wie er musiziert.

Kollaborationen: Ensemblegeist und Crossover

Mit der Bläserphilharmonie Mozarteum Salzburg gestaltet Hofmeir anspruchsvolle, thematisch fokussierte Programme. Kammermusikalisch lotet er ungewöhnliche Kombinationen aus – das Duo mit Harfe (Andreas Mildner), das Duo mit Orgel (Barbara Schmelz) oder das HochTief-Duo mit Violine (Benjamin Schmid). Zudem zeigt „European Tuba Power“ die Tuba im pluralen Ensembleklang – ein Projekt, das Virtuosität, Timing und Groove bündelt. Diese Kollaborationen unterstreichen seine künstlerische Entwicklung: von der Solo-Tuba hin zu dialogischen Formaten, die Komposition, Arrangement und Improvisation organisch verschränken.

Aktuelle Projekte 2024–2026: „Konzertante Aneignung“ und volle Säle

Zeitgleich mit der Ausrufung der Tuba zum „Instrument des Jahres 2024“ intensivierte Hofmeir seine solistische Präsenz auf Bühnen und Festivals. Sein Tour- und Leseprogramm „Konzertante Aneignung – eine musikalische Frechheit“ füllt 2025 Säle von Ulm bis Weingarten und verbindet „frech geklaute“ Meisterwerke für Tuba & Klavier mit Schmähgedichten aus der „Hundsgemeinen Instrumentenkunde“. Die Kombination aus konzertanter Virtuosität, komödiantischem Feinsinn und musikhistorischem Wissen sorgt für ausverkaufte Abende – ein Format, das den kulturellen Wert der Tuba mit Witz und Substanz vermittelt.

Kritische Rezeption: Preisgekrönt, vielstimmig, prägend

Die Musikpresse würdigt Hofmeirs Pionierarbeit für das Tuba-Repertoire, seine Einspielungen gelten als Referenzen jenseits des Standardkanons. „Uraufnahmen“ wurde mit dem ECHO Klassik ausgezeichnet – ein Indikator für künstlerische Autorität und Repertoireverdienst. Rezensentinnen und Rezensenten heben Klangschönheit, Intonationssicherheit und stilistische Souveränität hervor; in Crossover-Projekten überzeugt die Balance aus Witz, Tempo und musikalischer Präzision. Auch jenseits des Klassikfelds, z. B. mit LaBrassBanda, belegen Chart-Daten die Reichweite seiner Arbeit im Pop- und Festivalbetrieb.

Kultureller Einfluss: Die Tuba als Erzählstimme

Hofmeir prägt die Wahrnehmung der Tuba maßgeblich. Sein Einsatz für neue Kompositionen, Bearbeitungen und ungewöhnliche Besetzungen erweitert die Diskographie und die Möglichkeiten für Nachwuchskünstler. Als Pädagoge am Mozarteum vermittelt er Technik, Repertoire-Strategie, Interpretationsästhetik und Karrierekompetenz. Als Autor, Moderator und Dirigent setzt er Impulse, die über das Instrument hinausreichen: Vermittlung, Publikumsbindung und künstlerische Selbstermächtigung. So entsteht ein Rollenbild, das die Tuba aus der Orchesterbasis an die Bühne der Solisten hebt – mit bleibender Wirkung.

Werke, Alben, Stationen – kompakt

Wichtige Solo-Veröffentlichungen: „Uraufnahmen / Primal Recordings“ (Genuin), „Why not?“ (Genuin, Duo Tuba & Harfe), „On the Way“ (u. a. mit Münchner Philharmonikern, Andrew Manze) sowie „Stradihumpa“ (Schmid/Hofmeir HochTief GmbH). Mit LaBrassBanda: u. a. „Europa“ (Top-10-Albumcharts). Buch & Bühnenprogramm: „Kein Aufwand!“; Lyrik: „Hundsgemeine Instrumentenkunde“. Pädagogik & Leitung: Professur für Tuba, Leiter der Bläserphilharmonie Mozarteum Salzburg. Auszeichnungen: Città di Porcia, Deutscher Musikwettbewerb, ECHO Klassik „Instrumentalist des Jahres“.

Fazit

Andreas Martin Hofmeir macht die Tuba zum Ereignis: als Solist mit orchestraler Strahlkraft, als Kammermusiker mit Sinn für intime Klangfarben, als Kabarettist mit präzisem Timing – und als Pädagoge, der künftige Generationen für Klang, Stil und Haltung begeistert. Wer seine Shows, Lesungen oder Konzerte erlebt, erfährt eine Musik, die ansteckt, erhellt und berührt. Empfehlung: live erleben – denn hier verschmelzen Virtuosität, Humor und musikalische Erzählkunst zu einem Abend, der lange nachklingt.

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